Städtetourismus und Käse

Reise mit Lust, doch reise bewusst! Mindestens einmal im Jahr nehme ich mir das zu Herzen; dieses Mal mit Reiseziel Amsterdam. Man muss es ihnen lassen: Geschäften konnten sie schon immer gut, die Holländer, die übrigens vom boomenden Städtetourismus profitieren; die niederländische Hauptstadt bringt es auf 10 Mio. Übernachtungen im Jahr, Tendenz steigend!
Die Käsegeschäfte mit meistens mehreren Filialen in der Grachtenstadt heissen «Henri Willig», «Amsterdam Cheese Company», «Reypenaer» oder «Golden Age Cheese Amsterdam». Schön eingepackt, geschmackvoll dekoriert und im besten Lichte inszeniert warten die Arrangements aus Käsestücken, Senfgläsern, Messern und Weinflaschen auf Neugierige aus aller Welt.
Bei «Amsterdam Cheese Company» werden den Kunden die verschiedenen Reifestadien näher gebracht; 10-monatiger Gouda «Maxima» bringt es auf 11,95 Euro für ein vakuumiertes Stück à 270 Gramm, stolze 12,95 Euro für dasselbe Nettogewicht für ein zwölf Monate gereiftes Stück.
Bei so stolzen Preisen würden die kunstvoll gefertigten Pralinen des benachbarten Chocolatiers Puccini – ja ein echter Holländer trotz des italienischen Namens – glatt erbleichen, falls sie sich selbst mit anderen Lebensmitteln vergleichen könnten.
Ich lerne daraus: Städtetourismus ist ein dynamisches Wachstumsfeld. Hier könnten sich Schweizer Milchwirtschafter noch ein Stück – vom Käse – abschneiden. Für Halblaien ist es nicht immer nachvollziehbar, unter welchen Bedingungen teure, «handwerkliche» Produkte hergestellt worden sind. Dies hätte mehr Recherche vor Ort bedingt. Übrigens: Für Touristen werden Tagesausflüge mit Cars in die Provinz Nordholland angeboten – zu alten Fischerhäfen, Käsemärkten und alten Windmühlen.
Manchmal macht es Sinn, Einheimische nach Einkaufstipps zu fragen. Am Rande der Altstadt fand ich ein einfaches Käsefachgeschäft. Die Preise waren vernünftig, die Auswahl liess keine Wünsche offen.

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