Redigieren

ist kein eindeutiger Begriff. Redaktion bezeichnet einerseits die Gesamtheit der Redakteure eines Medienhauses oder der Ort, wo Redaktoren ihren Arbeitsplatz haben. Damit ist aber ebenso das «in den Zustand bringen» von Texten, das "Redigieren" als Tätigkeit gemeint. Eine Redaktion behandelt Texte und Bilder (und möglicherweise Ton-Spuren) als sich gegenseitig einwirkende und verstärkende Elemente und bedient deswegen mehrere Informationskanäle (Print, Online, Social Media usw.).

Ein Redakteur oder eine Redakteurin liest von Aussenstellen (zB. Nachrichten-Agenturen, PR-Stellen von Firmen) eingereichte Originaltexte, macht über deren Qualität eine erste Einschätzung, passt diese an vorgegebene Formate an, gestaltet sie - wo nötig - um. Meistens wird die Textvorlage gekürzt und anschliessend in ein Redaktionssystem eingepflegt. Redaktoren verlangen nach zusätzlichem Bild- und Grafikmaterial, um die Aussagekraft, Wertigkeit oder Tiefenschärfe eines Beitrags zu verbessern. Redakteure gestalten Texte im Dienste der Zielleserschaft der Publikation. Sie bügeln Stil-, Rechtschreib- und Grammatikfehler aus, kürzen und bringen diese ins verlangte Format.

Gerade bei Redaktionen von Fachtiteln ist das Prüfen eingereichter Fachtexte von Kollegen (des Teams oder beauftragter freier Journalisten) auf sachliche Richtigkeit (dort wo Unstimmigkeiten auffallen) eine weitere wichtige Aufgabe. Sie bügeln Stil-, Rechtschreib- und Grammatikfehler aus, kürzen und bringen diese  ins übliche Format der Layout-Vorlage (Titel, Zwischentitel, Lead, Bildlegende). Redakteure/-innen können auch - falls das Zeitbudget es zulässt- zu "richtigen" Journalisten werden, die Sachverhalte recherchieren und das Resultat ihrer Recherche zu einem logisch stringenten und ansprechend bis spannenden Text umwandeln.

Prozesse steuern

Sind die Ressourcen knapp, können sich die vielfältigen Aufgaben der Redaktion auf ein oder zwei Personen konzentrieren. Dies gilt insbesondere für Special-Interest-Titel sowie Fachzeitschriften. Redaktoren (wenn sie vernünftig sind) sehen sich als Glied einer Kette. Das beginnt bei der Planung der nächsten Numnmer, schliesst an bei der Entgegennahme von Texten und Bildern von beauftragten freien Journalisten und Fotografen, von Nachrichtenagenturen, von PR-Stellen usw.

Redakteure pflegen ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Spezialisten der Gestaltung, dem Layout, welche die Elemente nach ihren Design-Prinzipien anordnen. Weitere Ansprechpartner sind – je nach Publikation – Übersetzer und Korrektoren. Schliesslich geht die aktuell erstellte Nummer einer Zeitschrift zu den Kollegen der Druckerei und des Vertriebs, die ebenfalls wichtige Aufgaben erfüllen.

Neue Geschäftsmodelle

Dank der Digitalisierung ist heutzutage ein effizientes Arrangement für Herausgeber, weniger umfangreiche Kunden- oder Fachzeitschriften, Newsportale oder kleinere regelmässig erscheinende Print-Rundschreiben (von Organisationen/Unternehmen) von einer Fachperson (Redaktion im Mandats-Vertrag) betreuen zu lassen.

Referenzen - Kunden:
www.foodaktuell.ch/kontakt/
www.gs1network.ch
www.persorama.ch
www.hk-gebaeudetechnik.ch
www.haustech-magazin.ch

Online-Redaktion

Wie jede Tageszeitung verfügt auch eine Fachzeitschrift oder ein Special-Interest-Titel über ein Internetportal. Dafür werden entweder die Artikel der aktuellen Ausgabe für die Website des Titels bearbeitet oder neue Texte erstellt. Der Web-Auftritt soll leben und die Aktualität der behandelten Branche, Berufsgruppe, Interessensspähre widerspiegeln. Der "Newsfeed" muss für den Besucher der Website spürbar sein. Dennoch sind die Aufgaben des publizistischen Kanals "Online" durchaus anders. Relativ kurze Texte unterstützen die Leserlichkeit am Bildschirm. Auch hier: Bilder unterstützen die Attraktivität des Auftritts und können eine Aussage unterstützen.

Ein Online-Auftritt soll einen Print-Titel ergänzen, nicht konkurrieren. Ausserdem hat die Website im Idealfall eine Service-Funktion für die Leserschaft: Wo finde ich die Agenda wichtiger Seminare, Messen oder Tagungen meiner Branche? Wo kann ich - falls ich über eine Berechtigung verfüge - ein pdf zu einem Fachbeitrag runterladen, der mich besonders interessiert?

Bildredaktion

Bildredakteure beschaffen Fotos, Infografiken oder andere Illustrationsmaterialien. Dazu werden Profi-Fotografen direkt angefragt oder es bestehen Verträge zum Bezug von Bildern bei Bildagenturen (Keystone, iStock usw.). Da die Verlage unter Spardruck sind, sind die Text-Redaktoren zugleich die Bildredaktoren (gerade bei Fach- und Special-Interest-Titeln). Die Sparmassnahme führt durchaus zu einem sinnvollen und auch oft erwünschten "Job-Enrichment": Damit eignen sich die Redaktoren ein gestalterisches Basisverständnis an; die Kommunikation mit den Polygrafen im Hause verbessert sich tendenziell. Wichtig ist, jederzeit Zugriff auf Bildquellen zu haben oder die Beschaffungswege zu kennen, um eine Reihe von Bildern in bestmöglicher Qualität zum richtigen Zeitpunkt (ohne Copyrights-Probleme) für die Publikation sichern.

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