Bohnensuppe

Bohnensuppe
Raw legume on old rustic wooden table, close-up.

Vom schönen Ferienerlebnis bis zum Ärgernis zu Hause dauert es meistens nur Tage. Ein Restaurant einer Landherberge in Sizilien fördert die Nutzung örtlicher Kulturpflanzensorten. Die dunkelbraune «Zuppa Drinzi», aus einer lokalen Vicia fabia (Ackerbohne) zubereitet, ist abends eine nahrhafte Speise – die nachhaltig sättigt und gut schmeckt; einen zweiten Gang zu bestellen, ist eigentlich nicht nötig.
Auf dem Weg nach Hause lese ich ein lehrreiches Dossier zu Körnerleguminosen, also zu Erbsen, Linsen, Kichererbsen, Lupinen, Ackerbohnen, Bohnen und Augenbohnen, schliesslich hat die UNO für 2016 das Jahr der stickstoffreichen Hülsenfrüchte ausgerufen. Die Nutzung dieser Kulturpflanzen bietet viele gesundheitliche und ökologische Vorteile. Leguminosen brauchen keinen Stickstoffdünger, lockern den Boden auf, stellen eine fettarme Proteinquelle mit hohem Anteil an Ballaststoffen dar. Zudem sind sie reich an Mineralien. Für die Produktion von einem Kilo Linsen oder Trockenerbsen werden nur 80 Liter Wasser benötigt – verglichen mit rund 400 Litern für Sojabohnen, ganz zu schweigen von den Tausenden von Litern Wasser, die es benötigt, bis ein Kilogramm Fleisch verspeist werden kann. Der Verzicht auf Stickstoffdünger macht den Anbau zudem klimaverträglich.
Zwar ist der Anbau von Leguminosen anspruchsvoller als der Anbau von Getreide – aber nicht unmöglich. Jedoch bekommen Landwirte Direktzahlungen nur dann, wenn solche Pflanzen als Futtermittel angebaut werden.
Die Produktion tierischer Lebensmittel steht in der Schweiz im Vordergrund – auch imagemässig. Daran ändern sogar jüngste TV-News zu niederträchtigen Kuhzüchtern nichts, welche die Zitzen ihrer Tiere immer noch mit Sekundenleim verkleben. Nein, ich bin kein veganer Erbslipicker, wenn ich als Steuerzahler von der Agrarpolitik auch eine langfristig vegetabilere, klimafreundlichere, gesündere Produktion erwarte, die zudem einen echten Beitrag zur Ernährungssicherheit liefert.

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